Azidose (allgemein)

Inwieweit die Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt Einfluß nehmen kann, wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Manifeste Azidosen (Verschiebung des pH-Wertes zum sauren hin) oder Alkalosen (Verschiebung des pH-Wertes zum basischen hin) lassen sich durch den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel nicht erzeugen. Allerdings sind die pathobiochemischen Effekte einer Azidose bzw. Alkalose bei Diabetes mellitus, Hyperurikämie, Gicht oder eingeschränkter Nierenfunktion unbestritten. Bei der Beurteilung des Säure-Basen-Status ist, da der pH-Wert konstant gehalten wird, die Bestimmung der intrazellulären und extrazellulären Pufferkapazität sowie der Säureausscheidung von entscheidender Bedeutung.

Neben manifesten respiratorischen oder metabolischen Azidosen (gekennzeichnet durch einen Abfall des Blut-pH), die durch Infusion von Bicarbonat-haltigen Lösungen therapiert werden, treten besonders häufig latente Azidosen auf. Bei der latenten oder chronischen metabolischen Azidose ist der Blut-pH innerhalb des Normbereiches geringfügig zum Sauren hin verschoben, vor allem ist jedoch die Pufferkapazität des Blutes deutlich vermindert. In diesem Fall kann durch eine Zufuhr basischer Mineralstoffe (Salze starker Basen mit schwachen Säuren) die Pufferkapazität verbessert werden.